Dieser Beitrag ist ein Dauerwerbeartikel

Die Karte - Bis zum Kaiserstuhl

Vollbildanzeige | OpenStreetMap-Mitwirkende

Durch die Rheinebene, das Elsaß und wieder zurück

Grenzübergang bei Woerth
 Grenzübergang bei Woerth

Auf deutscher Seite wechseln sich kurzweilige Streckenabschnitte ärgerlicherweise allzu oft mit langen monotonen Schotterstraßen ab. Deshalb fahre ich lieber auf der französischen Seite. Denn auch das Elsass bietet mittlerweile für den Radverliebten erstaunlich viel und entwickelt sich stetig zu einem Radreise-Mekka. Mittlerweile gibt es dort mehr als 2500 Km gut beschilderte und ausgebaute Radwege. Mit dem Rhein-Radweg EuroVelo 15, der sich längs des Rheins von Andermatt bis Rotterdam erstreckt, dem EuroVelo 5, der Viea Romea Francigena, von London nach Rom und weiterhin dem EuroVelo 6 von der Schweiz bis in die Bretagne, kreuzen sich hier im Elsass drei der bekanntesten Radfernwege Europas. Die Nacht hatte ich bei Eggenheim-Leopoldshafen verbracht und obgleich die Nächte nach wie vor kalt waren, zog ich ein kleines Stückchen Wiese zwischen Rhein und Radweg einem Hotel vor.

Lauterburg
 Lauterburg

Der Rhein im Elsaß

Rhein am Morgen
 Rhein am Morgen

Unter anderem auf Druck von Umweltschützern, die auch in Frankreich sehr aktiv sind, gibt es entlang des Rheins viele typische Auenwälder und Feuchtgebiete. Insbesondere der Abschnitt zwischen Lauterburg und Straßburg überrascht mit einer außergewöhnlichen Fauna und Flora. Hier bietet sich ein idealer Lebensraum für seltene und vom aussterben bedrohte Tiere und Pflanzen wie etwa Orchideen. Obwohl der Rhein weitgehend begradigt ist, können Sie in den Altarmen des Rheins Biber und Fischotter beobachten.

La Wantzenau

Von Lauterbourg fuhr ich bis Gambsheim. Von da an ändert sich das von Landwirtschaft und Schutzdämmen geprägte Strecken-Profil. Es folgt ein Abschnitt der historischen Maginot-Linie. Gut zu fahrende verkehrsarme Wege durchqueren weitläufige Wälder und die Städtchen La Wantzenau und Schiltigheim. In Strasbourg beginnt der Ill-Radweg. La Wantzenau, direkt an der Ill gelegen, überrascht mit zahlreichen Fachwerkhäusern und historischen Weinwirtschaften.

Restaurant bei La Wantzenau
 Restaurant bei La Wantzenau
Anzeige (Affiliate Links)

Edelzwicker und Choucroute

In einer sogenannten „Winstub“ genoss ich zum Choucroute einen Edelzwicker direkt vom Winzer. Spätestens seit Roger Siffers Ausspruch: „In Deutschland gibt es viel, aber es ist nicht sehr gut, in Frankreich schmeckt es vorzüglich, aber die Portionen sind klein. Im Elsass hingegen, dort schmeckt es gut, und die Gerichte sind reichlich bemessen“, zieht es die Freunde guten Essens eher zum linken Rhein-Ufer. Es waren noch einige Kilometer bis Strasbourg. Bevor ich in die, von Blechlawinen und Touristenscharen bevölkerte Innenstadt, fuhr, ging es durch einen Park und eine ruhige Villengegend. Nun aber auf dem schnellsten Weg zum Ill-Radweg. Aber da ich keinen beschilderten Weg fand, blieb mir nichts anderes übrig, als mich auf Google Maps zu verlassen.

Am Ill Radweg

Nicht weit von der Kathedrale entfernt, landete ich zwischen einer Schar japanischer Touristen. Musste absteigen und quälte mich durch das Gewühl. An einer Kreuzung sprach mich glücklicherweise ein einheimischer Radfahrer an und begleitete mich ins südliche Strasbourg. Unterdessen sprachen wir über den Boom der E-Bikes. Neben der technischen Fachsimpelei ging es um die Preise.Da Räder in Frankreich prinzipiell teuer sind, unterstützt die französische Regierung die Kaufwilligen mit einem Zuschuss von bis zu 200 Euro für Pedelecs. Tatsächlich waren viele Radfahrer unterwegs und diejenigen mit E-Bikes deutlich in der Mehrzahl. Nach dem Stadtteil La Petite France beginnt auch schon der Ill Radweg. Über Montagne-Verte geht es weiter über Illkirch-Graffenstaden, Benfeld und Ebersmunster nach Sélestat. Die Kleinstadt, auf Elsässisch Schlettstàdt genannt, beherbergt etwa zwanzig-tausend Einwohner und wechselte in den vergangenen zweihundert Jahren zwei Mal die Nationalität.

Der Ill-Radweg

Von der Alpenstadt Bludenz führen zwei Radwege durch den Walgau. Die eine Route bleibt meist rechts der Ill und führt durch Auwälder und Wiesen an den Orten Ludesch, Thüringen, Bludesch, Schlins und Satteins nach Frastanz. Die andere bleibt immer in der Nähe des linken Illufers und führt durch die Tschalenga Au nach Nenzing und durch den Galinawald mit seinen vielen Baggerseen nach Frastanz. Zwischen Nenzing und der ÖBB Haltestelle Schlins sind die beiden Routen kurz identisch. Bei Frastanz vereinen sich die Wege wieder und führen in einem großen Bogen durch die Felsenau und abschließend entlang der Bundesstraße durch die Felsenauschlucht in die Stadt Feldkirch.

Sélestat

Sélestat
 SélestatBy Poudou99 [CC BY 3.0 ], from Wikimedia Commons

Sélestat wurde zu einem religiösen Zentrum. Heute beherbergt die Stadt die Humanisten-Bibliothek und ein Brot-Museum. Neben dem Münster in Strasbourg und dem Isenheimer Altar in Colmar ist die Humanisten-Bibliothek eine der drei großen Schätze des Elsass. Sie befindet sich seit 1889 in einer historischen Markthalle. Das barocke Hôtel d’Ebersmunster, inmitten der verwinkelten kleinen Altstadt gelegen, ist besonders sehenswert.

Ich schloss mein Rad an einem belebten Platz ab. Nach wie vor lasse ich das Rad ungern unbeaufsichtigt. Obwohl ich in all den Jahren als Alleinreisender keinerlei schlechte Erfahrungen gemacht habe, ist die Angst vor Diebstahl tief in meinem Unterbewusstsein verankert. Objektiv betrachtet: Diese Furcht ist unnötig. Mit dem Krimskrams auf dem Gepäckträger möchte sich kein Dieb belasten. Nach einer Rast in einem Café und einer Stadtbesichtigung war es Abend geworden. Direkt an der Ill, wo ich bisher nur wenige SchlafSelegenheiten entdeckt hatte, würde ich die Nacht nicht in Ruhe verbringen können. Deshalb fuhr ich in das sich zum Rhein hinziehende Ried. Ich musste nicht weit fahren, denn zwischen Sélestat und Heidolsheim erstreckt sich ein Naturschutz-Gebiet. An dessen Grenze fand ich ein ruhiges Nachtlager an einem wilden Seitenarm der Ill.

… Nachtlager an der Ill

Am Ufer der Ill
 Am Ufer der Ill – By Pmau [CC BY-SA 4.0 ], from Wikimedia Commons

Ich schloss mein Rad an einem belebten Platz ab. Nach wie vor lasse ich das Rad ungern unbeaufsichtigt. Obwohl ich in all den Jahren als Alleinreisender keinerlei schlechte Erfahrungen gemacht habe, ist die Angst vor Diebstahl tief in meinem Unterbewusstsein verankert. Objektiv betrachtet: Diese Furcht ist unnötig. Mit dem Krimskrams auf dem Gepäckträger möchte sich kein Dieb belasten. Nach einer Rast in einem Café und einer Stadtbesichtigung war es Abend geworden. Direkt an der Ill, wo ich bisher nur wenige SchlafSelegenheiten entdeckt hatte, würde ich die Nacht nicht in Ruhe verbringen können. Deshalb fuhr ich in das sich zum Rhein hinziehende Ried. Ich musste nicht weit fahren, denn zwischen Sélestat und Heidolsheim erstreckt sich ein Naturschutz-Gebiet. An dessen Grenze fand ich ein ruhiges Nachtlager an einem wilden Seitenarm der Ill.

Colmar

Colmar
 Colmar

Nach einer ruhigen Vollmond-Nacht wachte ich entspannt auf. Da ich vergessen hatte mir etwas zu Essen zu kaufen, musste ich mich mit dem obligatorischen selbst gekochten Kaffee zufriedengeben. Bis zum zwanzig Kilometer entfernten Colmar würde ich nicht verhungern. Nach Mulhouse und Strasbourg, die drittgrößte Stadt, zählt Colmar etwas weniger als siebzig tausend Einwohner. Kaum hatte ich die Stadtgrenze überfahren, war ich auch schon im Zentrum angelangt. Dort kaufte ich mir zunächst zwei Croissant und las im Smartphone über die Geschichte und die Sehenswürdigkeiten. Reizvolle Fachwerk- und Renaissance-Bauten, malerisch und kunstvoll ausgemalte Straßen-Schilder bezaubern jeden Reisenden und machen Colmar zur elsässischsten aller Städte.

…Wieder zum Rhein

Auf dem Kaiserstuhl
 Auf dem Kaiserstuhl

Nach einer kurzen Stadtbesichtigung suchte ich mir einen Weg zum Rhein. Die viel befahrene Landstraße wollte ich meiden, und nach Neu-Brisach fuhr ich über die Rheinbrücke. Neben dem in drei Bereiche unterteilten Hauptarm existiert noch ein alter Seitenarm. Schleusen für die zahlreichen Binnenschiffe und Staubecken versinnbildlichen die wirtschaftliche Bedeutung des Oberrheins. Wäre das Schengenabkommen von 1995 nicht in Kraft getreten. Nicht auszudenken: Die alten Breisacher Zollanlagen wären nicht einem Mc Drive und die Französischen nicht einem Verkehrskreisel gewichen. Glücklicherweise sind die einstigen Erbfeinde vernünftig geworden und gestalten ein offenes und friedliches Europa. Einige Kilometer weiter den Rhein entlang und kurz hinter Vogtburg am Kaiserstuhl suchte ich mir einen ruhigen Platz für eine Vesper.

Anzeige (Affiliate Links)

Zum Kaiserstuhl

Blick vom Kaiserstuhl
 Blick vom Kaiserstuhl

Nach einer kurzen Stadtbesichtigung suchte ich mir einen Weg zum Rhein. Die viel befahrene Landstraße wollte ich meiden, und nach Neu-Brisach fuhr ich über die Rheinbrücke. Neben dem in drei Bereiche unterteilten Hauptarm existiert noch ein alter Seitenarm. Schleusen für die zahlreichen Binnenschiffe und Staubecken versinnbildlichen die wirtschaftliche Bedeutung des Oberrheins. Wäre das Schengenabkommen von 1995 nicht in Kraft getreten. Nicht auszudenken: Die alten Breisacher Zollanlagen wären nicht einem Mc Drive und die Französischen nicht einem Verkehrskreisel gewichen. Glücklicherweise sind die einstigen Erbfeinde vernünftig geworden und gestalten ein offenes und friedliches Europa. Einige Kilometer weiter den Rhein entlang und kurz hinter Vogtburg am Kaiserstuhl suchte ich mir einen ruhigen Platz für eine Vesper.

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here