Dieser Beitrag ist ein Dauerwerbeartikel


Die Karte - Bis Bischofsgrün


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Von Lichtenfels bis Bischofsgrün

Der Campingplatz in Lichtenfels hat sich als ein regelrechter Anziehungspunkt für die Jugend aus der Umgebung entpuppt. Es war Wochenende und die Feiernden nutzten die breiten Wiesen rund um den Main als Grillplätze und am nahe gelegenen Ostwiesensee fand ein Rockkonzert statt.

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Dementsprechend war die Zeltwiese überbelegt. Aber mit Ohropax konnte ich dann doch einschlafen und erwachte ausgeschlafen bei Sonnenaufgang. Gerade an den Wochenenden, wo früh am Morgen noch keine geöffnete Bäckerei zu finden ist, war ich froh, dass ich meinen Kocher eingepackt hatte.

Mainauen bei Lichtenfels
Mainauen bei Lichtenfels

Nach dem Kaffee und einem letzten Blick über den idyllisch vom Morgennebel umrahmten Main radelte ich los. Die beschauliche und pittoreske Altstadt von Lichtenfels hatte ich mir am Vorabend angeschaut. Nun fuhr ich durch weite und saftige Auen bis Hochstadt, immer in Sichtweite des Flusses. Beinahe hätte mich ein kurzer und heftiger Gewitterschauer erwischt. Aber kurz bevor der Regen kam, konnte ich mich in einem Bushäuschen unterstellen, das einsam am Straßenrand stand. Kurz darauf klarte es wieder auf und eine herrliche Sommer-Sonne erstrahlte am blauen Himmel. Nach dem Dörfchen Hochstadt am Main, ging es in der vom Regen erfrischten Luft weiter nach Kulmbach.

Der Weiße Main

Von Kulmbach bis Bischofsgrün zur Weißmain Quelle. Da die Quelle mitten im Bischofsgrüner Forst liegt, bleibt nur ein kurzer Fußmarsch hinauf zur Quelle. Die Fahrt dorthin, entlang des Weißen Mains, führt allerdings auf einem sehr gut ausgebauten Radweg. Die Anstiege sind moderat. Es geht auf einer Länge von etwa fünzig Kilometer das Fichtelgebirge hinauf. Höhepunkte sind Wirsberg mit einem mittelalterlichen Marktplatz, Bad Berneck mit dem einzigen Kneipp-Heilbad Norbayerns und natürlich die großartige Wald- und Naturlandschaft entlang der Strecke.

Unterhalb des Schlosses Steinenhausen westlich der Bierstadt Kulmbach vereinigen sich die beiden Quellflüsse des Mains. Der Weiße Main oder auch Weißmain genannt, entspringt auf einer Höhe von 887 Metern im Fichtelgebirge und ist der Wasserreichere der beiden Quellflüsse. Der Längere, mit etwa 72 Kilometern, ist der Rote Main, der auf einer Höhe von 581 Metern in der Fränkischen Schweiz entspringt. Die Beschilderung ist nach wie vor gut, so viel es mir leicht dem Radweg entlang des Weißen Mains zu folgen.

Zunächst geht es noch relativ eben durch ein kleines Wäldchen und nach einigen Kilometern, bei Kauerndorf, das Fichtelgebirge hinauf. Zwischen Bischofsgrün und dem Maizusammenfluss beträgt der Höhenunterschied etwa 380 Meter. Die Wehrkirche St. Oswald in Untersteinach, einem Vorort von Kulmbach ist neben der Kulmbacher Altstadt besonders sehenswert. Dort warten einige Bierbrauereien und sogar ein Bäckerei-Museum. Darüber hinaus gibt es einige Kirchen und die Plassenburg mit dem Deutschen Zinnfigurenmuseum zu bewundern. Besonders interessant ist auch der Marktplatz, der vom Luitpoldbrunnen und dem alten Rokoko Rathaus dominiert wird.

Der Radweg bis Kulmbach ist durchgehend asphaltiert und gut ausgeschildert. Zwar führt er oft entlang der B289. Aber die etwas unschönen Abschnitte wechseln immer wieder mit ruhigen und landschaftlich attraktiven Wegen ab. So geht es oft über kleine Brücken und auf Feldwegen durch bunte Wiesen und Felder.

… und weiter bis Bad Berneck

Radweg Weisser Main
Radweg Weisser Main

Um die Mittagszeit ließ ich Kulmbach hinter mir um kurz darauf im alten Ortskern von Untersteinach, in einer der urigen fränkischen Restaurants, zu Mittag zu essen. Der Duft von Sauerkraut und gebratenem Fleisch erfüllte den Raum, bevor der dampfende Teller auf den Tisch gestellt wurde.

Sauerkrautessen in Franken
Sauerkrautessen in Franken

In der rustikal-gemütlichen Stube waren die meisten Tische besetzt und der Sound heiterer Gespräche im Hintergrund verlieh dem fremden Ort eine heimelige Atmosphäre. Nach dem Essen noch ein Blick auf die Wehrkirche St. Oswald und weiter ging es in Richtung Neuenmarkt. Das Wetter ist weiterhin fantastisch. Der Regen vom Vormittag war lediglich ein kurzes Intermezzo.

Auf einer ehemaligen Eisenbahntrasse erreichte ich, bald die Heimat des Deutschen Dampflokomotiv-Museums,Neuenmarkt. Allerdings ließ ich es links liegen und radelte weiter bis Bad Berneck. Dort im Kurpark neben einem Kneipp-Becken, machte ich eine kleine Pause und dann einen Abstecher in die von vielen Fachwerkhäusern gesäumte Altstadt um dann schließlich noch einen Blich auf die Burgruine Hohenberneck zu werfen. Am späten Nachmittag erwartete mich dann der schwierigste Teil der Tagesetappe.

Weisse Main bei Kulmbach
Weisse Main bei Kulmbach

Bis Bischofsgrün hatte ich noch etwa 350 Höhenmeter und etwa zwanzig Kilometer zu überwinden. Obwohl es nun anstrengender wurde, lenkte mich die reizvolle Natur von meinen Qualen, die sich durchaus bald in Form von Muskelschmerzen bemerkbar machten ab. Je höher ich kam, desto eindrucksvoller die Aussicht und dazu das beruhigende Plätschern des Weißen Mains, der direkt neben dem Weg entlang fließt, nahmen mich in ihren Bann.

Bischofsgrün

Blick im Fichtelgebirge
Blick im Fichtelgebirge

Der heilklimatische Kurort  Bischofsgrün im Fichtelgebirge liegt eingebettet zwischen dem Schneeberg (1.053 m) und dem Ochsenkopf (1.024 m). Touristisch gesehen, ist der kleine Ort mit etwa zweitausend Einwohnern der größte Ort im Fichtelgebirge und gilt zudem als der Schönste. Hinsichtlich der Freizeitmöglichkeiten bietet die Gegend mit der Ochsenkopf-Schanzenarena, dem Nordic-Park Fichtelgebirge und dem Ochsenkopf-Outdoorpark zahlreich Events. Wer es allerdings ruhiger mag, der kann auf einem der markierten Wanderwege die Natur entdecken.

Eine Nach am See

Camping im Fichtelgebirge

Camping im Fichtelgebirge

Einige Kilometer hinter Bischofsgrün, an einem herrlich schimmernden Bergsee, hatten einige Camper ein wildes Lager aufgeschlagen. Ich gesellte mich dazu, schlug mein Zelt auf. Man lud mich zum Essen ein und es wurde ein redseliger Abend, bei dem reichlich Bier floss.

2 Kommentare

  1. Ein toller Artikel mit Bildern, sie Lust auf diese Tour machen. Sicher ist die Strecke nicht so „überfahren“ wie der Donauradweg. Für Leute, die es moderat mögen, empfehle ich in der Region den „Drei-Flüsse-Radweg“ und den „Oberpalz-Radweg“ (teilweise mit diesem identisch). Da kann man auch gut größere Kinder mitnehmen.

  2. Hallo lieber Reiner, danke für Deine Nachricht und die Hinweise auf Alternativen. Also das Teilstück im Fichtelgebirge ist wirklich wenig befahren gewesen. Sowohl in die eine, als auch in die andere Richtung. Sollte ich mal wieder in der Gegend radeln, werde ich mir den „Drei-Flüße-Radweg mal anschauen.

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