Zweiter Teil – Von Schweinfurt bis Lichtenfels (Oberfranken)

Dieser Beitrag ist ein Dauerwerbeartikel


Die Karte - Bis Lichtenfels

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Mainradweg
 Mainradweg

Von Schweinfurt bis Haßfurt und weiter bis Zeil am Main führt der Radweg größtenteils entlang der rechten Mainseite parallel zur B26. Allerdings gibt es auch auf der linken Seite einen Weg, der aber nicht asphaltiert ist. Auf gut ausgebauten kleineren Landstraßen geht es bis kurz vor Bamberg. In Bamberg ist die Beschilderung des Radweges chaotisch. Besser ist es die Stadt zu umfahren. Allerdings verpasst man dann eine der schönsten Städte der gesamten Strecke. Von Bamberg bis Lichtenfels geht es größtenteils entlang von landwirtschaftlich genutzten Flächen. Die Beschilderung des Radweges ist auf diesem Teilstück sehr übersichtlich.

Schweinfurt, Haßfurt und der Main

Sonnenaufgang - Campingplatz Schweinfurt
 Sonnenaufgang – Campingplatz Schweinfurt

Im Gegensatz zum Vorigen begann dieser Tag mit einem eindrucksvollen Sonnenaufgang. Ich ging noch einmal unter die Dusche, baute das Zelt ab und startete zur nächsten Etappe. Die bedeutende Industriestadt Schweinfurt, die während des Krieges zu 40% zerstört wurde, entwickelte sich in der Nachkriegszeit ganz im Zeichen der anbrechenden Wirtschaftswunderzeit. Die Infrastruktur ist nahezu ausschließlich auf den Autoverkehr ausgerichtet. Dementsprechend gibt es kaum Radwege. Also schlängelte ich mich zwischen den Autos hindurch, was kein leichtes Unterfangen war, denn der Berufsverkehr war bereits in vollem Gange und die Straßen dementsprechend verstopft. Gelangte schließlich zur anderen Seite der Stadt und radelte den Fluss entlang nach Zeil am Main.

Die Beschilderung entlang des Radweges ist vorbildlich und so radelte ich schon nach kurzer Zeit aus Schweinfurt hinaus. Nach dem Stadtpark folgten herrliche Flussauen und kurze Wäldchen mit alten Pappeln, jungen Birken und Fichten. Bis Haßfurt führt der Radweg durchgängig asphaltiert relativ nahe am Fluss entlang. Es war noch früh am Morgen, als ich nach Haßfurt kam. Für die zwanzig Kilometer hatte ich eineinhalb Stunden gebraucht.

Main bei Hassfurt
 Main bei Hassfurt

Bei Zeil am Main füllte ich in einem Supermarkt meine Vorräte auf, suchte mir daraufhin einen ruhigen Platz am Fluss und kochte einen Kaffee, aß zwei Croissants und machte mich auf den Weg nach Bamberg. Eingerahmt von Weinbergen und dem Main, bieten die beiden wunderschönen Städtchen Zeil am Main und Haßfurt dem interessierten Reisenden Einblicke in eine typisch mittelalterliche Stadtbefestigung. Stadttürme und Fachwerkhäuser stammen teils aus dem 14. Jahrhundert. Insbesondere das Rathaus in Haßfurt und die Ritterkapelle St. Maria, die etwas außerhalb liegt, zählen zu den bedeutendsten Bauwerken in Unterfranken.

…bis Bamberg

Bei Zeil am Main, das die Grenze von Wein- und Bierfranken markiert, geht der offizielle Radweg auf der linken Mainseite weiter. Nach einigen Kilometern folgt Sand am Main, dann Limbach. Dort befindet sich die Wallfahrtskapelle Mariae Heimsuchung. Es ist die letzte Kirche, die von dem berühmten Baumeister Johann Balthasar Neumann, einem der bedeutendsten Architekten des Barock und Rokoko, entworfen wurde. Ich lasse die Kapelle links liegen und radle auf kleinen Landstraßen weiter bis Eltmann. Um die Mittagszeit kam ich nach Bamberg. Der Radweg führt direkt in die schöne Altstadt. Allerdings ist die Beschilderung aus Bamberg hinaus, nach Breitengrüßbach, etwas verwirrend. Dies brachte mir eine Extrarunde durch die Innenstadt ein.

Weinfranken

Die Gegend zwischen Zeil am Main und Aschaffenburg, das an der Grenze zu Hessen liegt, gilt aus kunsthistorischer Sicht als bedeutendste Region Frankens. Das Groß-Bistum Würzburg prägte im Laufe seiner tausendjährigen Geschichte das Maindreieck zwischen Bamberg, Aschaffenburg und Würzburg. Baudenkmäler und glanzvolle Innenaustattungen von Genies wie Riemenschneider, Tiepolo und Neumann laden zum Bestaunen ein. Schlösser, Stadttore, Türme und Mauerringe zeugen vom unterfränkischen Mittelalter und der überschwänglichen Prunksucht der Würzburger Fürstbischöfe. Über 6500 Winzer und 6000 Hektar Rebfläche geben dem Gebiet den Namen „Weinfranken“.


Hier beginnt für mich der Main-Radweg. Schon seit vielen Jahren ist er ganz vorne mit dabei, wenn es um das Rennen der beliebtesten und schönsten Radwege Deutschlands geht. Aber nicht nur landschaftlich hat der Radweg einiges zu bieten, auch kulturell gibt es sehr viel zu entdecken.

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Obwohl ich gerne etwas in einem der berühmten Bamberger Gasthäuser gegessen hätte, beließ ich es bei einem kleinen Imbiss und freute mich stattdessen auf ein warmes Essen am Abend. Bamberg, auch als fränkisches Rom bezeichnet, steht wie das historische Vorbild ebenfalls auf sieben Hügeln. Und ebenso wie dort sich die Stadt um den Petersdom gruppiert, tritt hier die eindrucksvolle Altstadt hinter dem alles überragenden Dom zurück. Neben der einmaligen Bausubstanz, immerhin ist Bamberg Weltkultur- und Naturerbe, locken auch herausragende kulturelle Highlights unzählige Touristen in die Oberfränkische Metropole.

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Die für mittelalterliche Städte typische Gliederung in drei verschiedene Bereiche – die Domstadt im Zentrum, die Bürgerstadt auf einer Insel zwischen den Armen der Regnartz gelegen und das nah am Main entstandene Handwerksviertel – ist in Bamberg besonders eindrucksvoll zu bestaunen. Auch heute noch drängen sich im Bereich um den grünen Markt am Fuße des Doms und dem Maxplatz die Menschen um die Stände der Gemüsebauern. Am Wochenende sind neben den viele Fußgänger, auch eine Menge Radfahrer, Jogger und Inline-Skater auf dem Main-Radweg unterwegs und bis Zapfenberg muss ich sehr vorsichtig radeln. Dann aber wurde es richtig einsam.

Der Main

Mit einer Länge von 527 Km ist der Main einer der längsten Flüsse Deutschlands. Mit dem Weißen Main, der im Fichtelgebirge entspringt und dem Roten Main, dessen Quelle sich in der Fränkischen Alb befindet, hat der Main zwei Quellen. Er ist einer der wenigen Flüsse, die von Ost nach West fließen. Zuvor schlängelt er sich durch die schönsten Landschaften von Franken und Hessen. Auf das im Osten vergessene, zauberhafte Fichtelgebirge folgt Bierfranken mit Kulmbach und Bamberg als heimliche Hauptstädte des bayrischen Bieres und Weinfranken, das sich bis Aschaffenburg hinzieht. Zwischen den sagenumwobenen Wäldern des Spessart und Odenwaldes schlängelt sich der Main weiter in den Ballungsraum von Frankfurt am Main, bevor er unterhalb des Taunus bei dem Städtchen Ginsburg-Gustavsburg in den Rhein mündet.

Kurz nach Zapfendorf führt der Radweg direkt am jungen schmalen Main entlang. Es geht durch breite Auen und an einigen Seen vorbei bis Bad Staffelstein. Ein würziger Sommerduft begleitete mich und es waren kaum noch Menschen auf dem Weg. Die Sonne am Horizont war weiter gewandert. Aber der Abend noch nicht angebrochen. Noch etwa zehn Kilometer bis Lichtenfels. Dort würde ich einkehren und anschließend auf dem Campinplatz mein Zelt aufbauen. In Bad Staffelstein stoppte ich kurz an der wärmsten und stärksten Thermalquelle Bayerns. Die Sole, die 1975 entdeckt wurde, bescherte dem Dorf glänzende Zeiten als Kurort. Und trotz der zahrleichen Kranken- und Kurhäuser, die in der Folgezeit entstanden, hat sich der Ort seinen gemütlichen altfränkischen Charakter bewahrt.

Bad Staffelstein und Lichtenfels

Ich war schnell unterwegs, denn es war erst siebzehn Uhr geworden, als ich nach Lichtenfels kam. Dies, obwohl ich mir unterwegs die Zeit für Erinnerungsfotos genommen hatte und auch einige Pausen machte. In der Stadt fand ich auf Anhieb einen wunderbaren alten Gasthof. Das Essen war lecker. Und das nicht zu kalte Bier, schmeckte einzigartig nach frischer Gerste und Hopfen, und machte Lust auf mehr. Nach dem Essen trank ich noch ein Zweites, aber dann beherrschte ich mich und fuhr zum Campingplatz.Die Rezeption war noch geöffnet. Der Platz war sehr sauber, gut besucht und die dringend benötigte heiße Dusche tat richtig gut.

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