Paris – Radreisetipps

Paris

Paris - By Selbymay [CC BY-SA 3.0], from Wikimedia Commons

Das Fahrrad kann in Frankreich lediglich in Zügen des Nahverkehrs mitgenommen werde. Die Bahngesellschaft SNCF hat die Fahrradmitnahme im TGV gestrichen. Auf deutscher Seite ist es mit Fernzügen möglich auf ausgewählten Strecken, bis zur französischen Grenze zu kommen. Neuerdings auch mit dem ICE. Es besteht aber immer die Möglichkeit sein Fahrrad zu demontieren und es komplett verpackt im Zug mitzunehmen oder zum Zielort schicken zu lassen. Eine andere Möglichkeit ist die Anreise per Fernbus. Flixbus beispielsweise bietet auf immer mehr internationalen Strecken die Fahrradmitnahme an.

Paris im Wandel

Les Halles

Les Halles - By PIERRE ANDRE LECLERCQ [CC BY-SA 4.0], from Wikimedia Commons

Noch vor einem Jahrzehnt hatte ich bei jeder Frankreich-Reise die großen Städte gemieden. Obwohl Frankreich für seine Tour de France weltbekannt ist, hatten es Freizeitradfahrer in Frankreich nicht leicht. Die Franzosen sind ausgesprochene Autoliebhaber und vielleicht gab es deshalb entlang der vielen Routes Nationale kaum Radwege. Dank der allgemein wachsenden Popularität des Radfahrens hat sich aber viel getan. Entlang größerer Straßen entstehen Radwege und auch das Radwanderwegenetz wird ausgebaut. Deshalb wollte ich Paris diesmal eine Chance geben. Ich war sehr überrascht! Es gibt mittlerweile viele Radwege entlang der unzähligen Boulevards. Selbst zweispurige Radwege sind zahlreich vorhanden. Auch autofreie Sonntage wurden mittlerweile eingeführt. Diese Errungenschaft geht auf eine Initiative des ehemaligen Bürgermeisters Bertrand Delanoë zurück. Es war die richtige Entscheidung, Paris mit dem Rad zu erkunden.

Das Leihrad – Velib

Paris Velib

Paris Velib - By KTo288 [CC BY-SA 3.0 or GFDL], from Wikimedia Commons

Der öffentliche Nahverkehr ist sehr gut ausgebaut. Seit 2007 gibt es den Velib Leihrad Service in Paris, ein öffentliches Fahrradverleihsystem mit mehr als 1900 Stationen. Wer sich im Internet registriert, bekommt einen Buchungscode und eine Pin zugeschickt, die an einer der vielen Velib Stationen eingegeben werden können. Die erste halbe Stunde ist kostenlos. Jede weitere halbe Stunde kostet einen zusätzlichen Euro. Bei meiner Tour ist mir aufgefallen, dass vor allem am Nachmittag, an vielen Stationen kaum noch Räder vorhanden waren. Einige Radwege führen entlang der Uferpromenaden der Seine. Keine Abgase, kein Hupen, stattdessen in Gesellschaft zahlreicher Radfahrer. Zumindest bei gutem Wetter.

Günstiger Nahverkehr

Wie schon erwähnt verfügt Paris über ein perfekt ausgebautes und aufeinander abgestimmtes Netz öffentlicher Verkehrsmittel. Alle paar hundert Meter gibt es die Möglichkeit den Bus, die Metro oder die S-Bahn zu nehmen. Wer auch gern U-Bahn fährt, sollte sich eine 10er-Karte kaufen. Die ist deutlich günstiger als ein Einzelfahrschein. Wer ein paar Tage länger bleiben möchte, kann auch, Passbild vorausgesetzt, einen „Pass Navigo Decouverte“ für die Zonen eins und zwei kaufen. Für siebenundzwanzig Euro geht es nicht günstiger, Paris zu entdecken.

Sehenswürdigkeiten

Aber das wirklich Besondere daran, radelnd in Paris unterwegs zu sein, sind die unterschiedlichen Perspektiven und Geschwindigkeiten. Im Gegensatz zum gemütlichen radeln, rauscht die eindrückliche Umgebung, die Architektur und die weitläufigen Parks im Auto oder dem Sightseeingbus einfach vorbei, ohne dass sie zum Staunen verleiten. Das Bassin de la Villette im neunzehnten Arrondissement ist beispielsweise ein idealer Ort um sich ein wenig abzukühlen und am Ufer des Beckens die Sonne zu genießen. Neben den typischen Sehenswürdigkeiten wie Eiffelturm, Arc de Triomphe, Sacre Ceur und Louvre, Die Katakomben im vierzehnten Arrondissement, im Zentrum der Stadt, sind ein Geheimtipp. Dort in der Nähe befindet sich auch das Quartier Les Halles, die sehr sehenswerten ehemaligen Markthallen, bekannt durch Zolas Roman „Der Bauch von Paris“. Apropos Bauch: Neben den Katakomben, die in einem mittelalterlichen Steinbruch angelegt wurden, können auch Teile des Abwassersystems und alte Metrostationen, die entweder nie an das Wegenetz angeschlossen waren, oder nachträglich gesperrt wurden, besichtigt werden. Auch ein Ausflug zum Schloss Versailles sollte bei einer Parisreise nicht fehlen. Hin kommt man mit dem Rad, am besten durch den Bois du Boulogne. Zusätzlich gibt es unzählige Gassen und Plätze, Bistros und Clubs zu entdecken.