Rheinebene und Elsass

Gesamtstrecke: 111.76 km
Gesamtanstieg: 851 m
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Es war Anfang Mai im Frühjahr 2017. Die Nächte waren noch immer kühl. Die Tage jedoch sonnig und warm. Nach dem langen Winter kribbelte es mir wieder in den Beinen. So radelte ich für eine einwöchige Tour durchs Elsass und die Rheinebene. Es folgten saftige Auen, und die Frühlingsblumen leuchteten in bunten Farben. Dementsprechend war ich nicht der Einzige, den die Farbenpracht und die ersten warmen Sonnenstrahlen nach draußen gelockt hatten. Ungewöhnlich viele Menschen spazierten, liefen oder rollten die abgelegenen Wege entlang.

Zunächst radelte ich über Ladenburg, Mannheim-Friedrichsfeld und Schwetzingen nach Brühl am Rhein. Von dort nahm ich die Fähre zur linksrheinischen Koller-Insel und radelte weiter entlang immergrüner Naßwiesen zur Domstadt Speyer.

Am Speyrer Dom

Vom Dom führt eine breite, mit Cafés und Restaurants gesäumte Chaussee kerzengerade durch die Speyerer Altstadt. Vereinzelte modernistische Einkaufspaläste lugen zwischen klassizistischen Fassaden und mittelalterlichen Fachwerkhäusern hervor. In den Gassen und Wiesen rund um den Dom drängen sich die Touristen und strebten von Blitzlichtgewitter umflackert zum historischen Museum. Unterdessen ging ich in ein Café. Daraufhin radelte ich entlang des Rheins weiter nach Süden. Bald folgte das berühmte Technik-Museum und ein Industriegebiet, das vor allem aus einer riesigen Öl-Raffinerie besteht. Schließlich dirigierte mich ein Hinweisschild auf einen Radweg, der sich entlang von Deichen den Rhein südwärts nach Germersheim schlängelt.

Speyer Dom
Speyer Dom

Germersheim … und die andere Seite

Die ehemals bedeutende Festungsstadt auf linksrheinischer Seite beherbergt heute einen der größten Containerhäfen am Rhein. Zudem gibt es sowohl eine berühmte alte Festung als auch einen ausladenden Park mit einem Triumphbogens-En-Miniature darin. Auf einer der Wiesen kochte ich mir ein Mittagessen und erinnerte mich an den attraktiv-wilden Streckenabschnitt, der jetzt vor mir lag. Längst versunkene Eindrücke uralter Wälder, die aus unzähligen Altrhein-Armen ragten, drängten sich hervor. Diesen Abschnitt des Rhein-Radweges zwischen Philippsburg und Eggenstein-Leopoldshafen war ich Jahre nicht mehr geradelt. Nun also weiter auf die andere Rheinseite.

Info: Schloss Schwetzingen
Das Schwetzinger Schloss mit einem prächtigen Schlosspark ist ideal für eine längere Pause. Das Schloss, das den pfälzischen Kurfürsten als Sommerresidenz diente, kam im 15. Jahrhundert in den Besitz der Kurfürsten von der Pfalz. Ursprünglich stand auf dem Areal ein Wasserschloss aus dem Jahr 1350. Im Pfälzischen Erbfolgekrieg wurde es schwer beschädigt und anschließend neu errichtet. Das heutige Schloss entspricht größtenteils dem Wiederaufbau von 1697. Nach der Auflösung der Kurpfalz im Jahr 1803 kam Schwetzingen zum Großherzogtum Baden und verlor an Bedeutung. Heute ist das Schloss mit dem äußerst schönen Schlosspark neben dem Heidelberger Schloss eines der wichtigsten touristischen Ziele in der Region.

Erloschene Hoffnungen

Phillipsburg – Hier steht eines der ältesten Atomkraftwerke der BRD. Jetzt aber sind die Brennstäbe erloschen. An die einst glorreiche Zukunft der Kernkraft erinnern lediglich die Dampfwolken des Kühlwassers, das sich in breiten Strömen in den Rhein ergießt. Ein Zufall hatte mich Anfang der achtziger Jahre nach Wackersdorf geführt. Mit Gänsehaut dachte ich an prügelnde Polizisten und die verbarrikadierte Mahnwache am Bauzaun. Ich war 15 Jahre alt und euphorisiert von der johlenden und fest zusammenstehenden Menschen-Masse und marschierte mit. Bis Karlsruhe führen die Radwege nahezu durchgängig entlang von Natur- und Landschaftsschutzgebieten. Während neben den alten Pappeln sowohl Buchen als auch Eichen Spalier standen. Ich schlief in den Rheinauen bei Karlsruhe und am nächsten Morgen suchten Störche und Reiher entlang überfluteter Wiesen nach Fröschen und Kröten.

…und schließlich Frankreich

Kaum überfuhr ich die Stadtgrenze von Karlsruhe, ging es auf dem schnellsten Weg über die Autobahnbrücke nach Maximiliansau. Dieser Abschnitt von Karlsruhe bis Maximiliansau war das unattraktivste Stück der gesamten Reise. Doch einige Kilometer später folgte ein traumhafter Radweg in Richtung Lauterbourg. Er führte durch reizvolle Birkenwälder hindurch, während dazwischen Wiesen in den unterschiedlichsten Farben leuchteten. Unzählige Frühlingsblumen hatten in den letzten Tagen ihre Blüten geöffnet und ihr Duft durchdrang die gesamte Umgebung.

Die Highlights in der Rheinebene


Das Heidelberger Schloss

Heidelberg Schloß
Heidelberg Schloß — By Pumuckel42, CC BY-SA 3.0, Link

Hier muss man einmal gewesen sein. Den Weg nach oben kann man bequem mit der Bergbahn machen. Die Schlossanlage ist wunderschön. Toller Blick auf die Stadt. Neben dem großen Weinfass, sollte man sich unbedingt das Apothekenmuseum anschauen.


Der Speyerer Dom

Speyer Dom
Speyer Dom — CC BY-SA 3.0, Link

Der Dom zu Speyer ist ein absoluter Architektur Highlight. Die romantische Architektur und Gestaltung ist beeindruckend schön. Aufgrund der zahlreichen Fenster und der hellen Innenraumgestaltung wirk der Innenraum des Doms lichtdurchflutet und sehr leicht. Der Dom gehört zu den schönsten Sakralbauten Deutschland.

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