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Der Sommer-Urlaub ist kaum vorbei und schon wieder eine Reise? Ich fragte mich ernsthaft, ob ein verlängertes Wochenende irgendwo in der Eifel mir wirklich gut tun würde. Denn immer wieder neu in den Alltags-Rhythmus zu finden, ist mühsam. Egal, ich entschied mich schnell und buchte ein Hotel in Kordel in der Eifel. Und kaum war ich dort, galt für mich: Hier in den Bergen und nicht weit von der Mosel entfernt sind Uhren überflüssig.

Der Römerpfad
Der Römerpfad

Das Plätschern des Wassers und das Rauschen des Windes, der zwischen den Baumwipfeln weht, bestimmen die Zeit. Schon nach einer Nacht hatte ich das charakteristische Ticken meines Weckers vergessen und ließ mich von den Geräuschen des Waldes einfangen. Die raue Natur, das faszinierende und außergewöhnliche Licht zwischen den hoch aufragenden Fichten und Buchen, versprachen entspannte und abwechslungsreiche Tage.

Auf dem Römerpfad
Auf dem Römerpfad

Im Kräuterhotel Villa Vontenie in Kordel, direkt am Fuß der Burg Ramstein gelegen, fand ich eine tolle Unterkunft. Die Zimmer in der 100 Jahre alten Villa, die unterschiedliche Kräuternamen tragen, sind groß und hell. Über eine Hängebrücke, die vom Grundstück des zweiten Hotels am Ort, der Pension “Burg Ramstein” zur Burg führt, bestieg ich die alte Ruine. Nach einer kleinen Weil aß ich im Restaurant der Pension ein hervorragendes Curry-Geschnetzeltes und zum Nachmittag machte ich einen Spaziergang hinunter zum Kylltal. Das besondere Highlight, den Premium-Wanderweg „Römerpfad“, würde ich am folgenden Tag entdecken.

Info: Das Butzerbachtal

Das Butzerbachtal, durch das sich der vom Deutschen Wanderinstitut als Premium-Wanderweg ausgezeichnete Römerpfad zieht, erstreckt sich wild und ungestüm hinunter zur Kyll. Der Butzbach der sich durch tiefeingeschnittene Felsen und Abhänge ins Tal windet, verwandelt sich hin und wieder in einen Wasserfall. Massive Hängebrücken sind nötig um über auf zur anderen Bachseite zu kommen. Offiziell ist der Römerpfad 9,7 km lang und die Gehzeit beträgt durchschnittlich drei Stunden. Als Markierung dient eine römische Münze, die den römischen Kaiser Maximus I. darstellt. Besonder sehenswert sind die Burg Ramstein, das Kupferbergwerk, die Klausen- und die Genovevahöhle.

Kylltal

Entlang der Kyll verläuft ein kleiner geteerter Wirtschaftsweg. Sowohl in südlicher Richtung bis Trier, als auch in nördlicher bis Bitburg ist der Fluß immer in Sichtweite. Ich ging nach Norden, um dann bei Kordel den Eifelsteig in Richtung Bruch zu erkunden.

Bach am Römerpfad
Bach am Römerpfad

Nach einem Snack in Kordel machte ich mich auf den Weg zum Eifelsteig. Der Wanderpfad beginnt etwas oberhalb des Dorfes. Von dort hat man einen herrlichen Blick über die Landschaft. Da es langsam spät wurde, machte ich mich wieder auf den Weg zurück zum Hotel.

Blick über die Eifel
Blick über die Eifel

Kaum war die Sonne untergegangen, kam ich dort an und nach der obligatorischen Dusche fiel ich geschafft ins Bett. Nach einer entspannten Nacht und einem üppigen Frühstück auf der Terrasse packte ich eine Flasche Wasser in den Rucksack und machte mich auf zum Römerpfad. Ich war überrascht, wie viele Gäste das Hotel hatte. Obwohl es einige Kilometer von Trier entfernt ist, war es sehr gut besucht.

Der Römerpfad

Teil des Römerpfads
Teil des Römerpfads

Der dichte Eifler Wald lädt wirklich zum Waldbaden ein. Kaum war ich ein paar Meter auf dem Römerpfad gegangen, umgab mich ein Meer aus Blättern. Der würzige Duft des Waldes ließ meinen Blutdruck rapide absinken und das Plätschern des kleinen Baches begleitete mich den Berg hinauf.

Auf der Bergspitze angekommen, warf ich einen Blick über das endlose Meer grüner Baumwipfel und war überrascht, wie dicht der Wald in diesem Teil der Eifel ist. Der Wanderpfad schlängelt sich einige Dutzend Meter den Bergkamm entlang, bevor er steil nach unten abzweigt und einem Bach ins Tal folgt. Ich bahnte mir einen Weg durch eine erstaunlich wild wirkende Eifel und obwohl der Sommer langsam zu Ende ging, summte und brummte es überall um mich herum.

Kräuterhotel Kordel
Kräuterhotel Kordel

Auf halber Höhe überquerte ich einen kleinen Wasserfall. Die hölzerne Hängebrücke wirkte durchaus stabil. Dort, auf einem kleinen Felsvorsprung, machte dann eine Rast und aß eines der Butterbrote, die ich mir am Morgen gemacht hatte. Nach zwei Stunden Fußmarsch lag die zweite Hälfte der Strecke noch vor mir und obwohl mir die Füße weh taten, trieb mich die unglaublich abwechslungsreiche Schönheit der Eifler Natur weiter.

Bald kam ein besonders steiles Stück, das nur über einen Treppenweg zu überwinden war. Aus dem Bächlein wird hier ein kleiner Strom mit einer Fallhöhe von mindestens vier Metern. Auf dem Weg nach unten, begegneten mir erstaunlich viele Wanderer, die sich den schmalen Pfad hinauf quälten. Stellenweise blieb mir nichts anderes übrig, als mich an die Felswand zu drücken, um sie vorbeizulassen.

Nahezu jede Region in Deutschland bietet für ein Wanderwochenende erstaunlich viel. Hier in der Eifel ist das Angebot an Wanderwegen und Sehenswürdigkeiten besonders dicht. Allein auf dem 9,1 Kilometer langen Römerpfad im Butzerbachtal erwarten den Wanderer zahlreiche kuriose Highlights. Neben dem alten römischen Kupferbergwerk “Pützlöcher”, im Mittelalter wiederentdeckt und zunächst als Steinbruch genutzt, diente erst im 19. Jahrhundert wieder als Kupfermine. Auch die Reste einer römischen Langmauer zeugen von einer erstaunlich langen Besiedelung des Tals. Auf der letzten Hängebrücke über dem Bach konnte ich einen weiten Blick ins Tal werfen. Die eindrucksvolle Schönheit der Landschaft machte mich erneut sprachlos. Am späten Nachmittag kam ich im Kyll-Tall an. Es war ein tolles Erlebnis, den Römerpfad zu erwandern. Anstatt der angegebenen drei war ich nahezu fünf Stunden unterwegs gewesen. Zum Erkunden der zahlreichen Sehenswürdigkeiten hatte ich mir besonders viel Zeit gelassen.

Die Highlights entlang des Römerpfads:


Die Genovevahöhle:

Genovevahöhle
Genovevahöhle — Von Andreasmdm – Eigenes Werk (Originaltext: selbst erstellt), GFDL, Link

Die bis zu 15 Meter breite muschelartige Höhle bietet einen unbeschreiblichen Einblick in die geologischen Gegebenheiten des Butzerbachtals. Mehrere Funde deuten darauf hin, dass die Höhle schon in der Altsteinzeit von Menschen genutzt wurde. Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts trug die Höhle den Namen Kuttbachhöhle. Erst durch eine in der Romantik wieder populär gewordenen Legende, die von einer verstoßenen Edelfrau erzählt, die den Namen Genoveva trug und in der Höhle einen Unterschlupf gefunden haben soll, bekam die Höhle ihren heutigen Namen.


Die Klausenhöhle:

Nicht zu verwechseln ist diese Höhle mit der namhaften Klausenhöhle im Altmühltal. Diese ist jedoch auch eine beliebte Sehenswürdigkeit im Butzerbachtal. Ebenfalls einer Legende nach lebte im 18. Jh. ein Eremit in der Höhle. Besonders Erwähnenswert sind die an den Wänden eingeritzten eigentümlich gestaltete Felszeichnungen. Die merkwürdig gestalteten Fratzen sollten das Böse vertreiben und dem Eremiten das in seiner Einsamkeit schwer erkämpfte Seelenheil erhalten.


Römische Langmauer:

Aus der Zeit Valentinians (364 – 375 n. Chr.), datiert ein rekonstruiertes Teilstück einer römischen Mauer, die einst mehr als siebzig Kilometer lang war.


Geyersley:

Die steilen rippenartig hervortretenden Wände aus rotem Buntsandstein sind charakteristisch für das untere Kylltal. Die bis zu dreißig Meter hohe Felswand ist ein hervorragender Aussichtspunkt, der einen herrlichen Blick zur Burg Ramstein und das Kylltal bietet. Unter tropischen Bedingungen kam es vor mehr als 220 Millionen Jahren in der heutigen Südeifel, zu Ablagerungen von Dünenanden. Im Laufe von Jahrmillionen verfestigten sich diese Ablagerungen zu dem heutigen Buntsandstein.

Burg Ramstein:

Die Burgruine Ramstein steht auf einem 182 m hohen Buntsandsteinfelsen. Sie wurde zunächst als befestigter Gutshof (10. Jahrhundert) errichtet und im Laufe des 14. Jahrhunderts zu einer kurtrierischen Lehensburg umgewandelt.

Noch mehr Ausflugsziele bei Kordel:

Trier:

Neben zahlreichen Cafés und Restaurants gibt es in der Innenstadt zahlreiche Museen, eine sehr sehenswerte Altstadt mit vielen Baudenkmälern aus der Römerzeit. Die Porta Nigra ist dabei die Hauptattraktion.

Bitburg:  

Die erste urkundliche Erwähnung datiert auf das Jahr zehn vor Christus. Beim Bau einer Hauptstraße von Trier nach Köln wurde an der Stelle des heutigen Bitburg eine erste Siedlung errichtet – genannt Beda. Besonders sehenswert ist das alte Straßenkastell.

Mosel:

Entlang der Mosel gibt es ebenfalls sehr viel zu entdecken. Beispielsweise gibt es im Sommer Verleihstationen für Wasserski, Tretbote und Surfbretter entlang des Flusses. Und natürlich unzählige Straußen-Wirtschaften, die den besten Moselwein servieren.

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