Vor der Haustür auf das Fahrrad steigen und losfahren. Die Flüsse entlang und die Berge empor schwitzend und wieder hinab sausend das schöne Deutschland entdecken. In Schweden in der weiten Wildnis campieren und auf dem Donau-Radweg bis zum Schwarzen Meer radeln. Viele Radreisen beginnen auf diese Weise. Mancher Weltreisender steigt zu Hause auf das Fahrrad und kehrt erst nach einem Jahr zurück. Losfahren, auf feste Unterkünfte und geführte Freizeit-Events zu verzichten, kann zu einer wundervollen Erfahrung werden. Man kann eine Radreise auch ganz anders gestalten. Lediglich das vorhandene Budget begrenzt die Möglichkeiten.

Kosten der Ausrüstung

Zur Ausrüstung zähle ich Fahrrad, Schlafsack, Zelt, Kocher und Isomatte. Kette, Ritzelkassette, Zahnräder vorne, Schalt- und Bremszüge und Mäntel zu den Verschleißteilen. Zunächst das Fahrrad: Ein spezielles und teures Reiserad ist nur für längere Reisen empfehlenswert. Bleibt die Wahl zwischen einem angepassten Mountainbike oder einem handelsüblichen Trekkingrad (siehe Artikel: Reiserad oder Trekkingrad).

Ich bin mit sehr günstigen und sehr teuren Rädern auf Radreise gewesen, und habe die Erfahrung gemacht, dass sich die meisten Modelle auch für längere Strecken eignen. Empfehlenswert sind Packtaschen von Vaude und Ortlieb.

Ist eine Luxus-Aurüstung notwendig?

Mein Zelt kostete hundert Euro und ich habe es seit über fünf Jahre regelmäßig in Gebrauch. Es ist nicht das Leichteste, aber wasserdicht und hält starke Winde aus. Neben einem guten Schlafsack, ist auch eine gute Isomatte notwendig, schließlich kommt die Kälte von unten. Als Kocher reicht mir ein günstiger Benzinkocher.

Rad: ab 150 Euro

Packtaschen: 70 – 150 Euro

Zelt: 100 Euro

Schlafsack: 60 Euro

Isomatte: 80 Euro

Benzinkocher: 50 Euro

Kosten der Verschleißteile

Bevor man die Reise beginnt, sollten alle Verschleißteile in guten Zustand gebracht werden. Nichts ist ärgerlicher als eine Panne, die durch die richtige Pflege vermeidbar gewesen wäre. Beim Austausch aller Verschleißteile käme man auf etwa 150 – 200 Euro Materialkosten.

Reisekosten

Neben den Kosten für die Anreise und den Transport des Rades unterscheiden sich die Lebenshaltungskosten in den verschiedenen Ländern enorm. Eine Campingradreise in Schweden kann teurer sein als eine Reise mit Luxusunterkunft in Griechenland. Ein Budget von ca. 50 bis 100 Euro pro Tag für eine durchschnittliche Radreise ist realistisch. Organisiert man die Anreise mit dem Flugzeug, was grundsätzlich überhaupt kein Problem darstellt, wird das Rad als Sportgepäck deklariert. Fahrräder gelten immer als Sperrgut und dementsprechend sind die Konditionen der Fluglinien sehr verschieden. Im günstigsten Fall transportiert die Airline das Rad umsonst. Sofern sie es aber zusammen mit dem Freigepäck verrechnet, führt dies zu erheblichen Mehrkosten.

Kosten für eine Low-Budget Reise

Eine Radreise kann sehr günstig mit einem Budget von 5 – 10 Euro pro Tag gestaltet werden. Dann muss allerdings auf den Komfort eines Campingplatzes oder gar einer Pension verzichtet werden. Auch kulturelle Unternehmungen, außer dem gelegentlichen Besuch eines Freibads, sind ausgeschlossen. Ich zelte so oft ich kann, aber manchmal ist es einfach nicht möglich, dann genieße ich auch schon mal einen Tag in einer Pension. Ich versuche, nicht mehr als 20 € am Tag zu verbrauchen.